Frühlingsfest Mosaik
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2008

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2011

PROGRAMM 2008

BILDER 2008
Auswanderung "früher"
Zahlen Auswanderung "heute"
Somalia
Portrait: Emi Sidler
Portrait:Ali Isse
Portrait: Abei Besha
SURPRISE
Auftritt von SWEETHOME PRODUCTION

KENNEN SIE SCHON?
SURPRISE ist nicht nur ein Strassenmagazin, sondern auch eine Institution zur Unterstützung von Arbeitslosen und Randständigen.

1. Hilfe zur Selbsthilfe

Das Strassenmagazin wurde 1997 gegründet, um Menschen in prekären Lebensumständen in der Schweiz
durch den Strassenverkauf einen unabhängigen Zusatzverdienst zu ermöglichen. Es bietet Hilfe zur Selbst-hilfe,
will Menschen in sozialen Schwierigkeiten einen Rahmen schaffen, in dem sie ihr Leben aktiv und
selbstbestimmt in die Hand nehmen, neue soziale Kontakte knüpfen und Selbstbewusstsein und
Eigenstän-digkeit entwickeln können. Die Interessen und Bedürfnisse unserer VerkäuferInnen sowie
die Förderung ihrer Ressourcen stehen im Mittelpunkt unseres Handelns.

2. Unbürokratisch und schnell

Das Strassenmagazin SURPRISE wurde eingerichtet für sozial ausgeschlossene Menschen. ?Menschen,
die keine Arbeit haben oder keine Lehrstelle finden, die von der Sozialhilfe, der IV oder vom Betteln leben.
Menschen, die obdachlos sind, Suchtprobleme haben, psychisch angeschlagen sind. Sie erhalten durch
den Strassenverkauf die Möglichkeit, zu arbeiten und sich etwas dazu zu verdienen. ?Dadurch gewinnen
sie an Selbstbewusstsein und Selbstachtung. Jeder, der nachweislich in sozialen Schwierigkeiten steckt
und zu wenig Geld für ein menschenwürdiges Leben hat, kann SURPRISE verkaufen. SURPRISE bietet
unbürokra-tisch und schnell Hilfe. Neue Verkäuferinnen und Verkäufer erhalten zehn Hefte als Startkapital.
Danach kaufen sie SURPRISE für 2.50 Franken und verkaufen das Heft auf der Strasse für 5 Franken
weiter. 2006 verkauften gegen 700 Menschen SURPRISE. Sie werden in den drei Vertriebsbüros in
Basel, Zürich und Bern vor Ort betreut.

3. Betreuung

Die Verkaufenden werden - auf freiwilliger Basis - konsequent betreut: SURPRISE bietet ihnen
"Hilfe zur Selbsthilfe", das heisst, die Verkaufenden sollen sich ihrer Persönlichkeit und ihren
Bedürfnissen entspre-chend entwickeln können, sie legen ihre eigenen Ziele fest - wir geben ihnen
beim Erreichen Unterstützung. Die Betreuung besteht aus individueller Beratung im Vertriebsbüro
und aufsuchender Gassenarbeit vor Ort, dem Arbeitsplatz der Verkäufer. Im Büro können die
Verkaufenden persönliche Schwierigkeiten besprechen und erhalten Hilfe bei Briefen oder
Telefonaten mit Behörden; vor Ort geht es um Fragen rund ums Verkau-fen. Wir schulen die
Verkaufenden auch beim Verkauf und beraten sie bei Arbeitszeiteinteilung und beim Aufbau
einer Tagesstruktur. Bei komplexeren Problemen oder in Krisensituationen haben Verkaufende
die Möglichkeit, sich an die Sozialarbeiterin zu wenden. Sie sorgt dafür, dass die Verkäuferinnen
und Verkäufer eine fachgerechte, auf sie zugeschnittene Unterstützung erhalten. In Einzelfällen
setzt sie sich selbst dafür ein, gemeinsam mit ihnen eine Lösung zu finden.

4. Unabhängig und eigenständig

Die meisten Verkaufenden hatten seit langem keine Erfolgserlebnisse mehr und fühlten sich sozial isoliert
und nicht gebraucht. Die Erfolge beim Verkaufen stärken ihr Selbstbewusstsein, das Zusammensein
mit den andern und das Wissen, Teil einer Organisation - von SURPRISE - zu sein gibt ihnen das Gefühl
von Zu-gehörigkeit. Das verleiht ihnen die Kraft, wieder mehr Verantwortung für sich und ihr Leben zu
übernehmen, sich aus Abhängigkeiten zu lösen und eigenständiger und selbst bestimmter zu leben. Genau
das ist Ziel des Strassenverkaufs. Wir wollen den Verkaufenden nicht nur die Möglichkeit bieten, selbst
ein kleines Ein-kommen zu erwirtschaften, sondern sie in ein möglichst unabhängiges Leben begleiten.
SURPRISE bietet den Verkaufenden nicht nur die Möglichkeit eines Zusatzverdienstes, sondern gibt ihnen
auch eine Stimme, indem sie im Magazin direkt zu Wort kommen.

5. Strassenverkauf

Das Strassenmagazin SURPRISE wird in der Deutschschweiz verkauft. Alle Verkäufer besitzen einen
Ver-kaufspass, der gut sichtbar zu tragen ist. Bitte kaufen Sie nur bei Verkaufenden mit Verkaufspass.
Die Hefte müssen mit der Nummer der Verkäuferin, des Verkäufers angeschrieben sein.
VerkäuferInnen müssen sich an die üblichen Anstandsregeln halten.
Trotz aller Freiheiten und möglichst niedrigen Hürden ist der Strassenverkauf nach klaren Regeln
struktu-riert. Die Verkaufenden haben einen festen Platz, an dem sie verkaufen dürfen, und sie müssen
alle zwei Wochen im Büro erscheinen, um ihre Bewilligung zu verlängern. Vor allem aber sollen
sie sich auf der Strasse wie Ladies und Gentlemen benehmen: Sie dürfen nicht aufdringlich verkaufen
und nicht betteln und müssen bei der Arbeit nüchtern sein. Die Regeln helfen den Verkaufenden,
die oft Mühe mit Autoritäten und Grenzen haben, sich wieder an Normen zu halten - eine wichtige
Voraussetzung, um in der Gesellschaft und allenfalls in der Wirtschaft zu bestehen. SURPRISE
sammelt über den Strassenverkauf keine Spenden, betteln ist verboten. Bei Fragen zum
Strassenverkauf wenden sie sich an das nächste SURPRISE-Büro.
Vertiebsleiter in Zürich:
Reto Bammer
Engelstrasse 64
8004 Zürich
044 242 72 11
079 636 46 12

6. Internationales Netzwerk

Das Strassenmagazin SURPRISE arbeitet als Nonprofit-Unternehmen. Es ist dem internationalen Netzwerk
der Stassenzeitungen INSP angeschlossen. In der 1995 in London unterzeichneten Charta verpflichten
sich alle Strassenzeitungen der INSP, allfällige Gewinne zur Unterstützung der Verkaufenden zu verwenden.
Dadurch werden Transparenz und eine offene Buchhaltung garantiert.

7. Zum Inhalt

Das Strassenmagazin SURPRISE

-thematisiert gesellschaftliche Brennpunkte
-unterhält mit Reportagen und Portraits
-vermittelt sozial-politische Hintergründe
-mischt sich ein in die Innenpolitik
-enthält Berichte aus der ganzen Welt
-weiss, was in der Kulturszene abgeht
-bietet Service und Tipps
-erscheint zweimal monatlich neu
-bringt mit Spezialbeilagen noch mehr Hintergrund
-bietet 32 spannende Seiten für 5 Franken

Mit einer Auflage von durchschnittlich 23'000 Zeitungen erreicht SURPRISE zweimal
monatlich rund 90'000 Leserinnen und Leser in und um Basel, Zürich, Bern und St. Gallen.