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| Frühlingsfest Mosaik | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| AUSWANDERUNG INS GLUECK - I'M JUST A SIMPLE PERSON | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Aus dem Leben der Kathrin Engler | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Kathrin Engler 1997 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| 1. Kindheit | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Kathrin wurde am 30. September 1907 im Bauerndorf Grabs im St. Galler Rheintal geboren. Von Anfang an war sie in jeder Beziehung benachteiligt: Sie war das uneheliche Kind der einfachen Stickereiarbeiterin Anna Schaepper. Ihren Vater lernte sie nie kennen. In den Augen der Dorfbewohner war sie eine Schande. Ihre Mutter musste den ganzen Tag arbeiten, und Unterstuetzung gab es keine. Als Anna Schaepper 1913 krank und arbeitslos wurde, musste sie Kathrin in die "Werdenbergische Erziehungsanstalt fuer verwahrloste Kinder" geben. Bald nach Kathrins Eintritt starb ihre Mutter im Alter von 34 Jahren. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| 2. Im Heim | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Speisesaal | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Gallus Engler, genannt Vater, war ein sehr strenger, aber gerechter Anstaltsleiter. Seine Frau Berta war allen Kindern eine liebevolle Mutter. Die Zoeglinge mussten zur Nacherziehung den ganzen Tag hart arbeiten: die Knaben auf dem Feld und die Maedchen im Haushalt. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Familie Engler mit den Anstaltskindern | Kathrin Schaepper, die "Anstaeltlerin" | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Zwischen dem einen Sohn der Anstaltseltern, Werner Engler, und Kathrin entstand eine tiefe Freundschaft, die sich spaeter zur grossen Liebe entwickelte. Vater Engler sah die Verbindung zwischen der Waise Kathrin Schaepper und seinem Sohn gar nicht gern. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| 3. Werner Engler | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Werner Engler, der Sohn des Heimleiter-Ehepaares | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Werner war der "missratene" Sohn der Heimleiterfamilie Engler. Er war aufmuepfig und unangepasst. Er fuehlte sich immer mehr zu Kathrin hingezogen. Mit 16 Jahren schickte ihn sein Vater in die Landwirtschaftsschule nach Zuerich, und so sah Werner Kathrin nur noch selten. Vater Gallus Engler erklaerte, er werde zu einer Verbindung zwischen den beiden nie die Einwilligung geben. Werner verweigerte den Militaerdienst und wollte nicht auf dem Hof der Anstalt arbeiten. Mit 22 Jahren nahm er das grosse Risiko auf sich und wanderte nach Kanada aus. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Familie Engler 1921, ganz rechts Werner | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| 4. Wirtschaftskrise | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Auswanderer nach Kanada in den Zwanzigerjahren | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Es war die Zeit der Weltwirtschaftskrise der Zwanziger- und Dreissigerjahre. Tausende von Arbeitslosen wanderten aus und suchten ihr Glueck in fernen Laendern. Die Schweizer Regierungen unterstuetzten die Auswanderungswilligen. Das Bundesparlament in Bern sprach einen Kredit von einer Million Franken. Dies war billiger, als die Unterstuetzung von Arbeitslosen und entlastete den Arbeitsmarkt. Die USA wollten keine Auswanderer mehr aufnehmen, aber Kanada als duennbesiedeltes Land bot sich an. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| 5. In Basel | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Kathrin 1929 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Als Kathrin 16 Jahre alt war, musste sie das Heim verlassen. Sie zog nach Basel, wo sie als Kuechenhilfe im Buergerspital Arbeit fand. Nach Werners Auswanderung hoerte sie fuenf Jahre lang nichts mehr von ihm. Unerwartet bekam sie einen Brief von ihm mit der Bitte, sie moege ihm doch nach Kanada folgen und ihn heiraten. Kathrin zoegerte keinen Augenblick und kuendigte ihre Stelle noch am gleichen Tag. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| 6. Auswanderung | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Kathrin erhielt von der Heimmutter Berta Engler etwas Geld, kaufte im Auswanderungsbuero "Amerikahaus" in Buchs ein Ticket fuer die Ueberfahrt und reiste ganz allein nach Kanada. Sie wusste, dass sie ihre Heimat wahrscheinlich nie mehr sehen werde und dass die Reise fuer eine Frau allein gefaehrlich war. Aber sie war zuversichtlich und freute sich auf das Wiedersehen mit Werner. Nach einer langen und beschwerlichen Reise ueber den Atlantik und mit der Bahn quer durch Kanada erreichte sie endlich Edmonton, wo sie auch wirklich Werner Engler traf. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Hauptstrasse in St. Paul 1929 | Bahnhof in St. Paul 1929 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| 7. In Kanada | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Werner hatte in der Naehe von St. Paul einen Landwirtschaftsbetrieb aufgebaut und verkaufte Milch in der Gegend. Eine arbeitsame und harte Zeit wartete auf Kathrin. Drei Wochen nach ihrer Ankunft in Kanada, am 6. Oktober 1929, heirateten Werner und Kathrin bescheiden und ohne Gaeste in einem Amtshaus.Kathrin fuehlte sich wohl in Kanada. Sie war nicht mehr die Verpoente, Unwillkommene. Sie durfte als Frau sogar selber Bankgeschaefte taetigen.Sie brachte neun Kinder auf die Welt, von denen zwei im ersten Lebensjahr starben. Mit grossen Anstrengungen und dem Einsatz aller konnte sich die grosse Familie durchbringen. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Die einzige Fotographie des jungen Paares in Kanada | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| 8. Die grosse Krise | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Aber in den Dreissigerjahren erlebte die Milchfarm der Englers eine grosse Krise. Der Weizenexport in die USA brach ein, Heuschrecken vernichteten die Ernte, die Milch konnte nicht mehr verkauft werden, in Europa brach der erste Weltkrieg aus. Werner musste sich als Holzarbeiter verdingen. Nur dank einer Spende aus der Schweiz konnte er den Hof behalten. Erst nach dem zweiten Weltkrieg ging es mit Kanada aufwaerts. Die Familie Engler konnte Land verkaufen. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| 9. Reise in die Schweiz | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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m Jahr 1964 unternahm Kathrin mit ihrem juengsten Sohn John eine Reise in die Schweiz und besuchte die Orte ihrer Kindheit und Jugend. Kathrin Engler war 57-jaehrig, schon 35 Jahre in Kanada und bereits Grossmutter. Die Kinder waren alle ausgeflogen, und die Englers waren jetzt wohlhabende Leute.Ihr Mann Werner wollte aus unerfindlichen Gruenden nicht mitreisen. Es war ihr erster und letzter Besuch in der Schweiz nach ihrer Auswanderung. Die Heimeltern Engler waren bereits gestorben, und Kathrin kannte nicht mehr viele Leute. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| St. Paul heute | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| 10. Lebensabend in Langley | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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1974 verkauften Werner und Kathrin Engler die Liegenschaft in St. Paul und zogen zu ihrem Sohn Walter nach Langley, der ihnen ein Haus neben seinem eigenen baute. Im Oktober 1979 konnte das Paar in Anwesenheit der ganzen Familie goldene Hochzeit feiern. Werner Engler starb am 8. Oktober 1982 und Kathrin Engler am 18. Dezember 2004. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Stefan Haupt: "I'm Just A Simple Person" Der Film ist erhaeltlich als VIDEO oder als DVD bei FONTANA FILM, Stefan Haupt, Binzstrasse 39, CH-8045 Zuerich, +41 1 450 45 92 |
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Walter Hauser: Auswanderung ins Glueck, die Lebensgeschichte der Kathrin Engler, ISBN 3857914157 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||