Frühlingsfest Mosaik
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PROGRAMM 2008

BILDER 2008
Auswanderung "früher"
Zahlen Auswanderung "heute"
Somalia
Portrait: Emi Sidler
Portrait:Ali Isse
Portrait: Abei Besha
SURPRISE
Auftritt von SWEETHOME PRODUCTION

DER SURPRISE -VERKÄUFER ABEI BESHA ERZÄHLT

Ich kam in Ambo zur Welt und wuchs in Addis Abeba auf. Ich vollendete die Sekundarschule in Addis Abeba, Äthiopien.
Ich verliess mein Land aus politischen Gründen: Ich war aktives Mitglied der Oppositionspartei.
Meine Familie und ich litten unter den Schikanen des diktatorischen Militär-Regimes von Äthiophien.
Ich wurde gefoltert, gequält und sogar mit einem Messer ins Bein gestochen. Ich wurde ins Gefängnis geworfen.
Nach zwei Monaten konnte mein Onkel die Soldaten, die das Tor bewachen mussten, bestechen, und ich konnte fliehen.
Ich würde viel lieber in meinem Land leben als umherzureisen. Wenn das bestehende Diktator-Regime gestürzt ist,
bin ich bereit, in mein Heimatland zurückzukehren. Solange die Diktatoren aber noch an der Macht sind, ist dies
für mich undenkbar. Wenn ich jetzt zurück nach Äthiopien geschickt würde, müsste ich um mein Leben fürchten.
Mein Schicksal wäre die Todesstrafe oder lange Jahre Gefängnis und Folter.
Am Montag, Mittwoch und Samstag verkaufe ich das Heft SURPRISE in Schwamendingen vor der Migros.
Die andern Tage verkaufe ich in Zollikon, auch vor der Migros. Dies sind meine offiziell zugeteilten Arbeits-plätze.
Im Normalfall stehe ich jeweils von 10 bis 16- oder 18 Uhr und am Samstag bis 13 Uhr dort.
Zum Glück erlebe ich trotzt meiner Hautfarbe keinen Rassismus. Im Gegenteil. Viele Leute un-terstützen mich
und helfen mir. Ich möchte gerne den Schweizern, insbesondere den Schwamendingern für ihre finanzielle und
moralische Unterstützung danken. Sehr gerne würde ich einer Arbeit nachgehen, ich habe auch schon
Möglichkeiten angeboten bekommen. Leider habe ich aber keine Arbeitsbewilligung. SURPRISE Verkaufen ist gut,
aber richtige Arbeit wäre besser.
In der Freizeit spiele ich an verschiedenen Orten Fussball. In Äthiopien war ich ein guter Fussballer.
Mit der SURPRISE - Mannschaft war ich schon zweimal Champion. Zusammen mit andern Äthiopiern
engagiere ich mich politisch für mein Land. Ich organisiere und nehme an Veranstaltungen Teil, die auf
die ktastrophalen Verhältnisse in meinem Land aufmerksam machen.