Frühlingsfest Mosaik
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2008

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PROGRAMM 2008

BILDER 2008
Auswanderung "früher"
Zahlen Auswanderung "heute"
Somalia
Portrait: Emi Sidler
Portrait:Ali Isse
Portrait: Abei Besha
SURPRISE
Auftritt von SWEETHOME PRODUCTION

ÜBERSEEAUSWANDERUNG 1815 BIS CA. 1960
In dieser Zeitspanne verliessen rund 560 000 Menschen die Schweiz, um ihr Glück jenseits der Ozeane zu suchen. Über 400 000 oder 70,5 %
wählten die Vereinigten Staaten als neue Heimat. Nachher folgten Argentinien und Brasilien. In Zeiten von Not, Hunger und Elend stieg
die Zahl der Auswanderer stark an.
Hauptbahnhof Zürich ca. 1930

"Zehn Personen, worunter 5 Kinder, le-ben zusammen in Elend und Schmutz
und Gestank in einem Raum von ca. 20 Fuss Länge und 15 Fuss Breite,
der früher als Schmitte diente, ohne Kammer oder auch nur Abteilung, ohne
Abtritt (wovon die Umgebung des Hauses schmutzigstes Zeug-nis abwirft).
Als Betten dienen einige Strohsäcke mit verfaultem Stroh, die De-cken sind
Lumpen sowie die Klei-der, einige Kinder sind ohne Hemden. Ihre
gewöhnli-che Nahrung besteht aus täglich dreimal Suppe, zubereitet aus
etwas Mehl mit Was-ser und weissen Rü-ben. Sie beschäftigen sich mit der
Con-fection von Körben und Strohgeflecht und benutzen dieses Gewerb
zum Betteln und Vagabundieren."

Dieses Spätjahr sind 6 Haushaltungen von hier nach Brasilien ausgewandert,
mit denen noch einige unverheiratete Männer zusammen 51 Personen fort
sind. Die Eltern dieser Haushaltungen gehören ohne Aus-nahme zu der
nachlässigen Klasse hiesiger Bewohner von denen sich in je-der Beziehung
wenig Gutes hoffen lässt. Den Jungen und Kindern hingegen glaubt man,
könne es dort besser gehen als den Alten. Man hat sie auf Wegen bis nach
Basel geführt und etwa fl. 1500 an die Reisekosten aus dem Armen-gut
bezahlt, von wo sie eine Gesellschaft über Ham-burg nach ihrem ersehnten
Land transpor-tiert hat. Es mag sein, dass diese zer-lumpten Faulpelze in
Amerika ihren Un-terhalt besser finden als hier, denn dort gilt es wahrscheinlich
nicht mehr so, dass sie nur sagen können: "Die Ge-meinde muss mich erhalten",
sondern man wird zu ih-nen sagen: "Wer nicht arbei-tet, soll auch nicht essen."

Offizieller Bericht aus dem Jahr 1853 aus dem Kanton Schaffhausen Hans Jakob Kübler, Dorflehrer von Siblingen 1850

Zustände in der Schweiz
Folgen für die Bevölkerung
Auswanderer (Beispiele)

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts herrschte in Europa
eine "kleine Eis-zeit". Der Ausbruch des Vulkans
Tobo-ro in Indonesien brachte auch bei uns Unwetter
und Regenfälle. Dies führte zu Überschwemmungen
und Missernten.
In ganz Europa machten sich Hunger und Elend breit.
Vielerorts brachen richtige Hungersnöte aus.
Betroffen war vor allem die Landbevölkerung.
Als Folge breiteten sich Krankhei-ten und Seuchen
aus.
In den Jahren 1816 und 1817 leisteten etwas
10'000 Menschen dem Ruf "Amerika, Amerika!" Folge.
Im Jahr 1819 verliessen 2006 Män-ner, Frauen und
Kinder die Schweiz für immer. Sie stammten aus den
Kantonen Freiburg, Bern, Wallis, Waadt, Neuenburg,
Genf, Aargau, Solothurn, Luzern und Schwyz.
Ihr Ziel war Brasilien.
1844 und 1845 wurden weite Teile Europas von der
sogenannten Kartof-felkrankheit heimgesucht:
Ein myste-riöser Pilz machte die Erdäpfel
unge-niessbar. Die Bevölkerung begann
an-zuwachsen, ohne dass mehr Arbeits-plätze
geschaffen werden konnten.
1851 - 1855 machten sich in ganz Europa wieder
tiefgreifende Landwirt-schaftskrisen breit: Missernten
im Getreideanbau, sinkende Preise auf dem
Weltmarkt für Getreide, anhalten-de
Kartoffelkrankheit.
Die Industrielle Revolution war an-gebrochen.
Besonders in den Dörfern herrschte eine gewaltige
Wohnungsnot. Die Zahl der Armen stieg gewaltig.
Ar-mut wurde oft als Strafe Gottes und
selbstverschuldet angesehen, die Armen verachtet
und ausgestossen. Die Gemeinden drängten
häufig Ver-armte, und manchmal sogar kriminelle
unliebsame Elemente zur Auswande-rung.
Die Bezahlung der Reise war günstiger als
die weitere Unterstüt-zung. Der Winter
1852 / 53 brachte eine schwere Hungersnot.
1853 verhungerten im Kanton Schaffhau-sen
150 Personen.
1845 - 1855 erlebte die Schweiz eine riesige
Auswanderungswelle.
Die meisten Emigranten waren ver-armte
Landwirte und Landarbeiter, davon etwa 42 % Kinder.
Am 3. Dezember 1850 brachen in Siblingen um
ein Uhr nachts 53 Aus-wanderer Richtung
Brasilien auf.
Am 8. April 1855 besammelten sich in Landquart
267 Schweizerinnen und Schweizer, darunter
198 aus dem Bündnerland, um auf die
Kaffeeplan-tagen bei Sào Paulo auszuwandern.
Im gleichen Jahr wanderten auch 309 Rothrister aus.
In den Jahren 1880 bis 1884 erleb-te Europa eine
weitere grosse Wirt-schaftskrise.
Arbeitslosigkeit und Armut trieben viele in die Ferne.
Immer häufiger kamen jetzt auch Abenteuerlust und
die Aussicht auf schnellen Reich-tum dazu.
Auch in den 80er Jahren bestand der
Auswanderungsstrom vor allem aus verarmten
Kleinbauern, der Anteil von Familien war aber
drastisch gesunken.
In den Jahren 1921 - 1923 machte die Schweiz eine
äusserst scharfe Nachkriegsdepression durch,
während in Amerika die "Goldenen Zwazigerjahre"
angebrochen waren.
Wieder war Arbeitslosigkeit das grösste Problem.
1920 organisierten die Auswande-rungsbehörden die
Abreise von fast 10'000 Personen.

Ankunft in New York. Stich von 1894

Literatur

Titel
Autor
Verlag
ISBN
Untertitel

Das Paradies in den Sümpfen
Dilney Cunha
Limmat Verlag Zürich
3 85791 471 8
Eine Schweizer
Auswanderungsgeschichte im
19. Jahrhundert
Der Traum Vom Glück
Eva Dietrich
Roman Roßfeld
Béatrice Ziegler
2003
Hier und Jetzt
3-9064 19-61-4
Schweizer Auswanderung auf
Brasilianische Kaffeeplantagen
1852 - 1888
Small Number - Big Impact
Bruno Abegg
Barbara Lüthi
2006
Neue Zürcher Zeitung
10: 3-03823-259-9
13: 978-3-03823-259-9
Schweizer Einwanderung
in die USA
Auswanderung ins Glück
Walter Hauser
2002
Limmat Verlag Zürich
3 85791 4157
Die Lebensgeschichte
der Kathrin Engler